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Montag, 20. März 2017

Ich färb mir die Sonne

Hallo Ihr Lieben!

Wenn die Sonne schon nicht scheint, dann färbe ich sie mir einfach ! Auf die Idee gebracht hat mich Sheepy. Ich hatte schon sehr lange nicht mehr mit Pflanzen gefärbt. Meine ersten - und bislang einzigen - Versuche seht Ihr hier und hier. Naturwolle ist immer genug im Haus, also habe ich mir einen Strang mit Alaun gebeizt, Apfelbaumrinde zerkleinert und in Wasser angesetzt und 2 Tage später gefärbt.


Ich finde die Farbe wunderschön! Ein richtig schönes, sattes sonnengelb. Was ich daraus stricken werde, weiß ich zwar noch nicht, aber erst mal erfreue ich mich an dem schönen Strang.

Bis bald, liebe Grüße
Karen

Montag, 15. Juni 2015

Grüne Nüsse...

... sind sehr vielseitig verwendbar.



Freunde von uns haben einen riesigen Garten mit einem tollen, alten Nussbaum. Dort durften wir uns einen Kübel voll holen für die weitere Verwertung.


Grüne Nüsse sollen unter anderem die Verdauung fördern und das Blut reinigen. Vor allem die Sache mit der Verdauung rechtfertigt ein kleines Gläschen Nussschnaps nach dem Essen.

Ich habe 2 verschiedene Rezepte ausprobiert und bin selbst schon gespannt, welches besser ist.


Hier sind die beiden Rezepte für Euch:

Nussschnaps 1:
1 kg grüne Nüsse
1,5 l Korn
15 Stk. Gewürznelken
1 Prise Muskatnuss
7 Stk. Sternanis
2 Stk. Zimtrinde
Schale von 1 Bio-Zitrone
später: 1 l Wasser + 800 g Rohrzucker
Die Nüsse halbieren und in ein großes Gurkenglas geben, die Gewürze dazu geben, mit Korn übergießen.
Das Glas gut verschließen und 6-8 Wochen in die Sonne stellen.
Dann abseihen, Nüsse und Gewürze brauchen wir nun nicht mehr,
Zucker in Wasser auflösen, abkühlen lassen und zum Nussschnaps leeren.
Nochmals für 2 Wochen in die Sonne damit, dann abfüllen und lagern.
Nussschnaps 2:
(mit einer Gewürzmischung von Holzeis)
30 grüne Nüsse
175 g Zucker
1 l Wasser
0,8 l Weingeist
"Aromatique" Likörkräutermischung
Nüsse vierteln, in ein Gurkenglas geben, Zucker in Wasser auflösen, auskühlen lassen,
Weingeist, Zuckerwasser und Kräutermischung über die Nüsse leeren
6 Wochen stehen lassen.
Da grüne Nüsse fürchterlich abfärben bei der Verarbeitung, dachte ich mir, man müsste damit doch super Wolle färben können. Also habe ich auch das probiert, und seht mal:

Ein schönes, dunkles Braun ist herausgekommen. Die Wolle habe ich vorher nicht gebeizt, da die Nüsse angeblich eine eigene Beize haben. Zuerst habe ich ca. 1/2 kg Nüsse geschnitten, geköchelt, über Nacht stehen gelassen, dann die Nüsse rausgenommen, Wolle rein, wieder leicht geköchelt, auch über Nacht stehen gelassen. Dann mit Essigessenz fixiert. Vom Ergebnis bin ich begeistert.

Meine Nordseesocken möchte ich bis zum Urlaub fertig bekommen, allerdings bin ich gerade bei denen für meinen Mann und die sind 1. dunkel (kann ich nur tagsüber stricken) und 2. riesig (Größe 45).... es wird also noch ein bisschen dauern, bis ich Euch da wieder etwas zeigen kann.

Bis bald, liebe Grüße
Karen


Montag, 20. April 2015

Das Färbe-Experiment

Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, dass ich gerne alle möglichen Dinge ausprobiere. Sobald ich in den Weiten des WWW etwas Spannendes entdecke juckt es mich in den Fingern, es selbst auszuprobieren.

Nun ging es mir mit dem Wolle-färben so. Ich dachte mir, dass sich dadurch meine Leidenschaft für (Wild-) kräuter  wunderbar mit meiner Strickerei verbinden lässt.

Also: Buch bestellt, geschmökert, im Internet recherchiert und passendes Naturgarn bestellt.


Zuerst mussten 400 g Brennessel gesammelt werden, das waren 2 Kübel voll. Ich hätte nicht gedacht, dass man so viel Pflanzenmaterial braucht, um 100 g Wolle zu färben.

Man wird schon recht komisch angeschaut, wenn man mit Gartenhandschuhen bewaffnet am Wegesrand steht und Brennessel ("Unkraut") sammelt. Noch komischer wird man angeschaut, wenn man dabei in der rechten Hand den Fotoapparat hält, um alles für den Blog zu dokumentieren ;-)

Die Brennessel werden dann ca. 1 Stunde gekocht, und ich sag Euch, das ist eine echte Geruchsbelästigung.... wenn das geschafft ist, kommt der Topf am besten über Nacht ins Freie.



Bevor man die Wolle färben kann, muss man sie beizen, d.h. für 1 Stunde in Wasser köcheln, in dem vorher 17 g Alaun aufgelöst wurden. Dann in dem Topf erkalten lassen. Noch feucht wird die Wolle in den Brennesselsud eingelegt und wieder 1 Stunde geköchelt. Dabei nur leicht geschwenkt, damit sie nicht verfilzt.



Nach dem Färben in Essig baden und so lange mit klarem Wasser spülen, bis keine Farbe mehr kommt. Nach dem Trocknen kann man sie dann zum Knäul wickeln, hab ich aber noch nicht gemacht.

Was soll ich sagen, die riesige Farbexplosion war es nicht, das Ergebnis gefällt mir trotzdem nicht schlecht und ich werde bestimmt Socken aus der Wolle stricken. Ich habe jetzt echt Respekt vor den vielen Färberinnen, weil ich gemerkt habe, wie viel Arbeit da dahinter steckt.

In dem Buch Mit Pflanzen färben-ganz natürlich gibt es noch das eine oder andere Rezept, das ich ausprobieren möchte, aber im Großen und Ganzen werde ich in Zukunft wohl doch meine Wolle wieder fertig gefärbt kaufen.

Bis bald, liebe Grüße
Karen